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Management

Zwischen Back-End, Plug-ins und Widgets

Welches Content-Management-System passt zu meinem Unternehmen?

Ob Marken­web­site, Pro­dukt­blog oder So­cial-Me­dia-Kam­pagne, das In­ter­net ist zu einem der wichtig­sten Kom­mu­nika­tion­skanäle für Un­terneh­men ge­wor­den. Der Ein­satz von Con­tent-Ma­n­age­ment-Sys­te­men (CMS) er­laubt es, In­for­ma­tio­nen im In­ter­net sch­nell und adäqu­at zu ak­tu­al­isieren und somit die Möglichkeit­en des In­ter­nets als Mar­ket­ing­platt­form voll zu nutzen. CMS sind da­her „das“ Mar­ket­ing­tool unser­er Zeit. Sie lassen sich grundle­gend ein­teilen in die drei Kat­e­gorien Web Con­tent Ma­n­age­ment, So­cial Pub­lish­ing und Blog Pub­lish­ing. Während Er­stere vor­rangig der Er­stel­lung und Ver­wal­tung von In­hal­ten durch viele Be­nutz­er über ein aus­gek­lügeltes Back-End di­ent, liegt der Fokus bei So­cial bezie­hungsweise Blog Pub­lish­ing eher auf der En­twick­lung und Bere­it­stel­lung von On­line-Com­mu­ni­ty bezie­hungsweise klas­sischen Blogs. An­ders als ihre ent­fer­n­ten Brüder, die Cus­tomer-Re­la­tion­ship-Ma­n­age­ment-Sys­teme, sind CMS je­doch in der Regel kosten­los und zu­dem, sofern man die weltweit­en Markt­führ­er be­trachtet, als Open-Source-Lö­sung für je­d­er­mann und jedes Un­terneh­men zu haben. Open Source, das be­deutet, dass diese Sys­teme durch die ent­fal­l­e­nen Lizen­zkosten wirtschaftlich sehr at­trak­tiv sind. Zu­dem pro­f­i­tieren Un­terneh­men und pri­vate Us­er vom of­fe­nen Quell­code, da dies­er dank Tausen­der Pro­gram­mier­er en­twick­lung­stech­nisch auf dem aktuell­sten Stand ist. Zwar ken­nt der Markt derzeit un­ter Berück­sich­ti­gung aller Pro­gram­mier­sprachen und Skripte zwischen 200 bis 300 ver­schie­den­ste CMS-Lö­sun­gen, doch be­trachtet man die Top-An­bi­eter, so lässt sich ein für Deutsch­land rel­e­van­ter Über­blick mit den Top 5 der CMS-Sys­teme er­stellen. Diese sind in der Rang­folge ihr­er Nutzung Word­Press (38 Prozent), Joom­la (15 Prozent), TY­PO3 (14 Prozent), Dru­pal sowie Con­tao (beide 3 Prozent).


Mit einem globalen An­teil von über 60 Prozent aller CMS-Sys­teme ist Word­Press der unange­focht­ene Platzhirsch auf dem Markt. Das Sys­tem wurde 2003 als ein­fache Soft­ware en­twick­elt, um ei­nen Web-Blog er­stellen zu kön­nen. Die wach­sende Be­liebtheit von Word­Press hat mit der Zeit den Funk­tion­sum­fang des CMS ex­po­nen­tiell er­weit­ert, so­dass sich heute auch nor­male Web­seit­en mit oder ohne Blog damit um­setzen lassen. Rund 22 Prozent aller Web­seit­en weltweit basieren auf Word­Press. Die Vorteile von Word­Press lie­gen vor allem im Aufwand für In­s­tal­la­tion und Ein­rich­tung. Diese ist auch heute noch in Minuten zu be­w­erk­stel­li­gen und selbst für Laien über­schaubar. Auch bi­etet das Sys­tem eine große An­zahl von De­signs, Plug-ins und Wid­gets – so­wohl kosten­los als auch für kleines Geld. Be­son­ders in­teres­sant für das Mar­ket­ing ist zu­dem, dass sich Word­Press be­son­ders gut für die Such­maschi­nenop­ti­mierung eignet. Doch auch der Platzhirsch ken­nt Nachteile. So ist das Back-End, al­so die Ver­wal­tungsebene, nur be­gren­zt ein­stell­bar. Auch nei­gen die Daten­bank­serv­er von Word­Press dazu, bei vielen gleichzeiti­gen Be­such­ern zu über­las­ten. Zu­dem häufen sich die Mel­dun­gen von Sicher­heit­s­risiken durch die recht häu­fi­gen Ak­tu­al­isierun­gen von De­signs und Plug-ins.


Joom­la ist ein CMS mit fes­ter Fange­meinde. Zwar lahmte kurzweilig die weitere En­twick­lung des Sys­tems, doch in let­zter Zeit zei­gen sich En­twick­ler und Us­er wied­er mit neuen Ideen. Joom­la zeich­net sich vor allem durch ei­nen sch­lanken Funk­tion­sum­fang und mo­d­u­lare Aus­baumöglichkeit­en aus. Skalier­bare und ein­fach zu ver­wal­tende Web­seit­en lassen sich mit Joom­la gezielt um­setzen. Zu­dem ist die Soft­ware für kleine und mittlere, aber auch große und be­such­er­s­tarke Präsenzen eine pro­fes­sionelle Lö­sung. Ähn­lich wie bei Word­Press sind auch bei Joom­la In­s­tal­la­tion und Ein­rich­tung ein­fach zu be­w­erk­stel­li­gen und gut doku­men­tiert. Zu­dem bi­etet das CMS eine Menge an frei ver­füg­baren Er­weiterun­gen und vorge­fertigten De­signs. Nachteile hat aber auch die­s­es CMS, denn Joom­la bi­etet Hack­ern vielfältige An­griffs­möglichkeit­en. Das liegt vor allem daran, dass das Sys­tem selbst erst mit vielen ver­schie­de­nen Er­weiterun­gen, mit teil­weise um­ständlich­er Ein­rich­tung, wirk­lich nutzbar wird. Zu­dem er­fordern manche Funk­tio­nen fachkundige Ab­s­tim­mun­gen, die nach IT-Ex­perten ver­lan­gen. Auch ist das Ma­n­age­ment­sys­tem für die Rechtev­er­gaben zu­min­d­est überar­bei­tungswürdig.


TY­PO3 ist das Pro­dukt eines dänischen Pro­gram­mier­ers und er­blickte noch im ver­gan­ge­nen Jahrhun­dert das Leben zwischen null und eins. Auch wenn es weit weniger genutzt wird, ist TY­PO3 Flag­gschiff und Lie­bling der IT und das wohl bekan­n­teste Open-Source-CMS. Zum Lei­d­we­sen sein­er Pro­gram­mier­er, aber auch viel­er Us­er ist TY­PO3 aber auch das am häu­fig­sten un­nötiger­weise einge­set­zte CMS. Denn TY­PO3 ist das kom­plex­este und vari­a­bel­ste CMS und kann oft weit mehr, als die meis­ten Un­terneh­men für ihre Seite benöti­gen. Den­noch, oder ger­ade deswe­gen, ist das Sys­tem so weit ver­breit­et, dass man im­mer die Hilfe eines Ex­perten dafür fin­d­et. Zu­dem sind mit dem Sys­tem alle nur denk­baren Funk­tio­nen möglich. Das CMS wird ständig weit­er­en­twick­elt, man ist al­so im­mer auf dem neuesten Stand der Tech­nik und ge­nau wie bei Word­Press er­weit­ern un­zäh­lige En­twick­ler das Pro­gramm mit Tem­plates, Plug-ins und Wid­gets. Ein nicht zu un­ter­schätzen­der Vorteil von TY­PO3 ist, dass sich die­s­es Sys­tem ein­fach den stei­gen­den An­forderun­gen an­passen lässt. So viel Flex­i­bil­ität kommt natür­lich nicht ohne Nachteile. So benötigt TY­PO3 eine aufwendige Daten­bank. Zu­dem sind Serverein­stel­lun­gen und An­forderun­gen auf sehr ho­hem Niveau. Sch­wierig wird es auch im Back-End. Um hi­er das Sys­tem auf die Wün­sche des Un­terneh­mens oder der Mar­ketin­gabteilung einzustellen, braucht man mehr als nur grundle­gende IT-Ken­nt­nisse. Fast alle Ein­rich­tungs- und An­pas­sungsschritte in TY­PO3 er­fordern teils er­he­blichen Aufwand.


Dru­pal ist kein CMS im klas­sischen Sinne, son­dern ein rie­siges Baukas­ten­sys­tem mit ver­schie­de­nen Funk­tio­nen und Möglichkeit­en. Dru­pal un­ter­schei­det sich dabei von an­deren Con­tent-Ma­n­age­ment-Sys­te­men vor allem durch ein abgestuftes Rollen- und Recht­esys­tem und richtet sich da­her eher an Com­mu­ni­tys, die ge­mein­sam an In­hal­ten ar­beit­en und sich über The­men aus­tauschen und in­for­mieren möcht­en. Wer al­so kei­nen strik­ten Seit­en­baum, son­dern eine ob­jek­to­ri­en­tierte Ver­wal­tung mit na­hezu un­be­gren­zten Möglichkeit­en sucht, dem ist mit Dru­pal ge­holfen. Die Nachteile des Sys­tems lie­gen im De­tail. So ist das Back-End nicht ein­fach anzu­passen. Auch be­deutet jede neue Funk­tion und jed­er Baustein ei­nen um­fan­greichen Ein­griff in das Back-End. Selbst er­fahrene Dru­pal-Us­er ste­hen vor der Her­aus­forderung, Serverein­stel­lun­gen und Ladezeit­en stetig zu kon­trol­lieren.


Con­tao, vor­mals TY­PO­light ge­nan­nt, ist eine Art Best-of ver­schie­den­er an­der­er CMS. Das Sys­tem ist in­zwischen äußerst be­liebt. Ent­sprechend wer­den Leis­tun­gen und Funk­tio­nen von Con­tao kont­inuier­lich aus­ge­baut. Die Soft­ware punk­tet be­son­ders durch ihre per­fekte An­pass­barkeit der Ver­wal­tungsebene und die sehr ein­fache Ver­wal­tung. Zwar er­fordern De­sig­n­im­ple­men­tierun­gen eine kundige Hand, doch zeigt sich die Seite an­ders als Word­Press auch bei vielen Zu­grif­f­en als sta­bil und sch­nell und glänzt dabei durch gute Qual­ität der Web­seit­en trotz Ed­i­tor. Wehr­mut­stropfen von Con­tao ist die teils um­ständlich An­lage von In­hal­ten, wenn sich diese häufen. Bei aller In­fo zum The­ma CMS zeigt bere­its diese kurze Über­sicht über die deutschen TOP 5, dass die Entschei­dung für das richtige CMS nur nach aus­führ­lich­er Begu­tach­tung durch Geschäfts­führung, IT-Abteilung und Mar­ket­ing er­fol­gen kann.

An­dré Sarin | re­dak­tion@rhein-wup­per-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 03/2016