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Business

Made in Germany

Im Geschäft mit Werkzeugmaschinen spielt der Handel eine tragende Rolle. Dies betrifft neue Maschinen ebenso wie gebrauchte.

Bild oben: CNC-Maschine im Einsatz (Foto: © Ingo Bartussek – stock.adobe.com)
Deutsche Werkzeug­maschi­nen sind in der ganzen Welt ge­fragt. Die Pro­dukte sind in­no­va­tiv und tech­nisch führend, die Un­terneh­men in­ter­na­tio­n­al ak­tiv. Pro­dukte der deutschen Werkzeug­maschi­nenin­dus­trie haben den nach wie vor sehr guten Ruf des „Made in Ger­many“ entschei­dend mit­geprägt. Er­fol­gs­fak­toren für die Un­terneh­men sind die hoch qual­i­fizierten Mi­tar­beit­er, die gute In­fras­truk­tur am Pro­duk­tions­s­tan­dort Deutsch­land, das dichte Netz qual­i­fiziert­er Lie­fer­an­ten und an­spruchsvoller Kun­den, mit de­nen sehr häu­fig ge­mein­sam Neues en­twick­elt und aus­pro­biert wird, und nicht zulet­zt die leis­tungs­fähige Forschungs­land­schaft, die dafür sorgt, dass neueste Erken­nt­nisse in Werkzeug­maschi­nen Ein­gang fin­d­en. Et­wa 70 Prozent der Pro­duk­tion von zulet­zt rund 15 Mil­liar­den Eu­ro ge­hen in den Ex­port. Chi­na ist und bleibt der mit Ab­s­tand wichtig­ste Aus­lands­markt der deutschen Werkzeug­maschi­nenin­dus­trie. Gut 20 Prozent der deutschen Ex­porte nimmt das Reich der Mitte auf. Der zweitwichtig­ste Han­dels­part­n­er USA ste­ht mit elf Prozent für et­was mehr als die Hälfte die­s­es Vol­u­mens.
„Insbe­son­dere das in­ter­na­tio­nale Aus­lands­geschäft, aber auch der in­nereu­ropäische Ver­trieb von Stan­dard­pro­duk­ten wer­den in der Regel über den Ver­trieb­sweg Han­del­shäus­er und Vertre­tun­gen abgewick­elt“, er­läutert Kurt Ra­der­mach­er. Für den Geschäfts­führ­er im Fachver­band des Maschi­nen- und Werkzeug-Großhan­dels (FDM) ste­ht fest, dass die Werkzeug­maschi­nenin­dus­trie großes Potenzial be­sitzt und aus dem All­t­ag nicht wegzu­denken ist. „Sch­ließlich gibt es kaum ein Pro­dukt, das man ohne Werkzeug­maschi­nen her­stellen kann. Alle in­dus­triell ge­fertigten Güter wer­den mit­tel­bar oder un­mit­tel­bar mit Werkzeug­maschi­nen ge­fertigt. So ist der Er­folg der Branche ein wichtiger In­dika­tor für die Leis­tungs­fähigkeit der deutschen Wirtschaft, ein un­verzicht­bar­er Mo­tor für die kon­junk­turelle En­twick­lung und ein be­deu­ten­der Im­puls­ge­ber für Fortschritt und tech­nische In­no­va­tion.“ Dabei nehme der Han­del eine gewichtige Po­si­tion ein. Der Di­rektver­trieb vom Her­steller zum Kun­den sei ei­gentlich auf die großen Märkte beschränkt. In­n­er­halb von Deutsch­land und in eini­gen eu­ropäischen Staat­en do­miniere der ei­gene Ver­trieb der Her­steller, der par­al­lel auch mit dem Ser­vice­bereich ver­bun­den sei. Allerd­ings seien auch re­gio­nale Händler und große Han­del­shäus­er ak­tiv. Das be­tr­effe insbe­son­dere den Markt der Stan­dard­maschi­nen. „Alle gängi­gen Marken ar­beit­en mit Han­del­shäusern zusam­men, die auch ei­nen Lagerbe­s­tand führen und da­durch sch­nell und flex­i­bel reagieren kön­nen“, ver­weist Ra­der­mach­er auf die gut 80.000 un­ter­schiedlichen Kat­e­gorien des Werkzeug­maschi­nen­bereichs, der von der ein­fachen Me­t­all­bear­bei­tung über Pressen, Stanzen und Fräsen zur CNC-Tech­nik und zu den Robotern reicht. Auch bei kom­pl­izierten Ver­trieb­swe­gen punk­tet der Han­del.

Han­del im in­ter­na­tio­nalen Bereich

CNC-Maschine im Einsatz (Foto: © Ingo Bartussek – stock.adobe.com)
CNC-Mas­chine im Ein­satz (Fo­to: © In­go Bar­tussek – stock.adobe.com)
Mit der In­ter­na­tio­n­al­ität nimmt der An­teil von Han­del­sun­terneh­men im Ver­trieb von Werkzeug­maschi­nen deut­lich zu. Er­he­bliche Zuwächse sie­ht Kurt Ra­der­mach­er auch im Bereich Han­del mit Ge­braucht­maschi­nen. Dabei ge­he es kei­nes­falls darum, aus­ge­musterte Tech­nik in En­twick­lungs­län­der „zu ent­sor­gen“. Das lasse sich deut­lich et­wa an den Verän­derun­gen im Kaufver­hal­ten chi­ne­sisch­er Un­terneh­men fest­machen: Auch dort werde der Zusam­men­hang zwischen Leben­szyk­lus der Mas­chine sowie War­tungs- und Re­para­t­u­raufwand und Kosten im­mer klar­er. Sei der ho­he Preis vor Jahren oft noch ein Ar­gu­ment ge­gen eine Mas­chine made in Ger­many gewe­sen, habe sich das deut­lich geän­dert. Natür­lich wer­den in Sch­wellen- und En­twick­lungs­län­dern ge­brauchte Maschi­nen benötigt, um die tech­nische En­twick­lung vo­ranzutreiben. „Mit Ham­mer und Säge lässt sich keine Volk­swirtschaft auf­bauen“ beschreibt Kurt Ra­der­mach­er. „Natür­lich gibt es auch ei­nen Markt für ein­fache Maschi­nen“, bekun­det Her­bert Ulke, der in Korschen­broich das Han­del­shaus Franz Hoppe führt, das seit 60 Jahren weltweit mit ge­braucht­en Werkzeug- und Blech­bear­bei­tungs­maschi­nen han­delt. „Manch­mal ist Mechanik die bessere Wah­l“, ist er überzeugt, An­forderun­gen kom­men aus afrikanischen und asi­atischen Staat­en. „Maschi­nen ster­ben mit der Elek­tronik.“ So ste­ht für ihn fest, dass sich der Ein­bau ein­er kom­plett neuen Steuerung erst bei Maschi­nen mit einem Ei­gengewicht von mehr als 50 Ton­nen loh­nt. Ge­brauchte Tech­nik fin­d­et sich auch auf Spezialmessen, wie der in­ter­na­tio­nalen Fachmesse für Ge­braucht-Maschi­nen und -An­la­gen ReTEC: 2.000 Fach­in­teressen­ten und Käufer fan­den zulet­zt den Weg nach Augs­burg; sie ka­men aus 57 Län­dern, um ge­brauchte Maschi­nen und An­la­gen zu fin­d­en und zu er­wer­ben.

Messe oder In­ter­net?

Kolbenbearbeitung (Foto: VDMA/Mahle)
Kol­ben­bear­bei­tung (Fo­to: VD­MA/Mah­le)

Auswählen kon­n­ten sie zwischen ge­braucht­en Maschi­nen für alle In­dus­triezweige. Die am stärk­sten nachge­fragten Ange­botsseg­mente waren die Bereiche Me­t­all­bear­bei­tung, Flur­förderzeuge und Land­maschi­nen. Ange­boten wer­den Maschi­nen und An­la­gen für alle Branchen und In­dus­triezweige – von Au­to­ma­tion, En­ergi­etech­nik, Prozesstem­perierung, He­bezeu­gen, Flur­förderzeu­gen, Bau­maschi­nen, Nutz­fahrzeu­gen bis hin zu IT-Tech­nik, Telekom­mu­nika­tion­stech­nik, Druck­maschi­nen, Pa­pierverar­bei­tungs­maschi­nen, Kopiertech­nik, Holzbear­bei­tungs­maschi­nen, Kun­st­stof­fverar­bei­tungs­maschi­nen, Ver­fahren­stech­nik und Mediz­in­tech­nik.

Ge­braucht­maschi­nen im­mer ge­fragter

Schnell und günstig: der Handel mit Gebrauchtmaschinen (Foto: Franz Hoppe)
Sch­nell und gün­stig: der Han­del mit Ge­braucht­maschi­nen (Fo­to: Franz Hoppe)
Die ständi­gen Mod­i­fika­tio­nen in der Pro­duk­tions­kette sind maßge­blich dafür ve­r­ant­wortlich, dass der Han­del mit Ge­braucht­maschi­nen zu einem im­mer wichtigeren Wirtschaft­szweig her­an­wächst. Der Fachver­band des Maschi­nen- und Werkzeug-Großhan­dels mit Sitz in Bonn hat so­gar ein Por­tal für hoch­w­ertige Ge­braucht­maschi­nen en­twick­elt, über das geprüfte, auf­bereit­ete und mod­er­nisierte Maschi­nen abge­set­zt wer­den. Or­gan­isiert wird der Run­dum-Ser­vice, der nicht nur De­mon­tage, Tran­s­port, Re­vi­sion und Retro­fitt­ing, son­dern auch die Präsen­ta­tion der Mas­chine in Be­trieb sowie dazuge­hörige Fi­nanz­di­en­stleis­tun­gen bein­hal­tet. Das In­ter­net ist auch für Her­bert Ulke nicht mehr wegzu­denken. „Damit kom­men wir mit unseren Ge­braucht­maschi­nen in je­den Winkel der Welt. “ Er sie­ht im Han­del mit Ge­braucht­maschi­nen nicht nur den Preis als Ar­gu­ment: „Wir hal­ten Maschi­nen vor, die sind so­fort abruf­bar. Das wis­sen unsere Kun­den. Sie wis­sen aber auch, dass deutsche Tech­nik Spitzen­qual­ität ist und gut auf­bereit­et noch jahre­lang bestens funk­tionieren und pro­duzieren kann.“

Rein­hold Häken | re­dak­tion@rhein-wup­per-ma­n­ag­er.de

Fachmessen wie die Retec bieteen eine breite Palette von Gebrauchtmaschinen (Foto: ReTec)
Fachmessen wie die Retec bi­e­teen eine breite Palette von Ge­braucht­maschi­nen (Fo­to: ReTec)

Ausgabe 07/2017



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Aufgearbeitet in eine neue Zukunft: Gebrauchtmaschinen (Foto: ReTec)
Aufgearbeitet in eine neue Zukunft: Gebrauchtmaschinen (Foto: ReTec)