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Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Triff eine Entscheidung und geh konsequent deinen eigenen Weg!

Bild oben: Foto: © mbolina – stock.adobe.com
„Wenn Sie diese häu­fi­gen Werbe­mails nicht so­fort un­ter­lassen, Herr Kreuter, dann werde ich Ihren Newslet­ter abbestellen!“ Das war noch der höfliche Teil der Nachricht. Ein Les­er meines Newslet­ters war gen­ervt von den Mails zu meinem „Neukun­den mit Garan­tie“-On­line-Kurs. Nicht jed­er der mehr­eren Tausend Empfänger hat auch diese Kam­pagne er­hal­ten, doch dies­er Les­er war dabei und war so verärg­ert, dass er mir ge­dro­ht hat.
Als mir meine As­sis­tentin die E-Mail vor­las, habe ich so­fort alle weit­eren E-Mails für den On­line-Kurs stop­pen lassen. Eine sch­nelle Entschei­dung. Ich wollte auf das Feed­back reagieren. Nach ein paar Minuten er­hielt ich so­wohl von zwei Mi­tar­beit­ern als auch von unserem ex­ter­nen Di­en­stleis­ter die Rück­frage, warum ich die Ak­tion mit­ten­drin stop­pen will? Was ich nicht wusste: Die Ak­tion ist ein rie­siger Er­folg! Der Kurs wird unglaublich oft ge­bucht! Das Feed­back der Nutz­er ist su­per! Alle sind glück­lich ... nur der eine nicht. Doch der eine hat mich so sehr bee­in­flusst, dass ich ab­brechen wollte. Ja, richtig: wollte. Dies habe ich wied­er ko­r­rigiert und die bei­den let­zten E-Mails zum Kurs wur­den auch noch ver­schickt. Was habe ich gel­ernt? Eine Sch­walbe macht noch kei­nen Som­mer und wir dür­fen uns von ein­er einzel­nen Mei­n­ung nicht zu sehr bee­in­flussen lassen! Das gilt nicht nur für mei­nen Newslet­ter:
  • der Teil­neh­mer, der eine Ge­spräch­stech­nik nach dem Sem­i­nar ein Mal aus­pro­biert, nicht so­fort den gewün­scht­en Ef­fekt erzielt und dann aufgibt. Noch sch­lim­mer: Er zweifelt die Tech­nik, das Train­ing und den Train­er an. Wie oft aus­pro­biert? Ein Mal! Das ist wie ein Mal in das Fit­nesss­tu­dio ge­hen und sich dann wun­dern, dass sich der Kör­p­er nicht verän­dert hat.
  • Verkauf­sleit­er ken­nen das: Alles ist gut. Doch in den zwei Ta­gen vor dem näch­sten großen Ver­triebs­meet­ing kommt es zu eini­gen Kun­denbesch­w­er­den oder Rek­la­ma­tio­nen. Die Verkäufer er­leben in ihren Ge­bi­eten ein paar „his­torische Einzelschick­sale“ und das Meet­ing wird als Klage­mauer genutzt. Eine echte Her­aus­forderung für die Führungskraft, die Ta­gung noch in eine pos­i­tive und mo­tivierende Rich­tung zu steuern.
  • Im Jahr 2009 habe ich mein Hon­o­rar für Neukun­den von 3.500 auf 5.000 Eu­ro er­höht. Eine Grund­satzentschei­dung. Sechs Mo­nate lang haben wir nicht ei­nen Neukun­den akquiri­ert, der bere­it war, den neuen Preis zu zahlen. Im Team haben wir alle gezweifelt. Rück­blick­end weiß ich, dass wir den Preis mit so wenig ei­gen­er Überzeu­gung ge­nan­nt haben, dass es lo­gisch ist, dass nie­mand gekauft hat. Im siebten Mo­nat haben wir dann di­rekt drei Neukun­den in­n­er­halb ein­er Woche zum neuen Tages­satz akquiri­ert. Ab jet­zt waren die 5.000 Eu­ro keine Hürde mehr! Das war vor sieben Jahren. Heute schreibe ich diese Worte mit einem Lächeln im Gesicht. Wir hät­ten da­mals auch nach dem drit­ten ver­lore­nen Ange­bot sa­gen kön­nen, dass der Markt nicht mehr als 3.500 Eu­ro zahlt, und wären mit dies­er Ein­stel­lung in der Mit­telmäßigkeit steck­en ge­blieben.
Von Boris Beck­er stammt die Aus­sage: „Dein Er­folg entschei­det sich zwischen dei­nen Ohren.“ Da ist was dran! Al­so: Achte nicht nur im Ver­trieb, son­dern auch in deinem All­t­ag da­rauf, dass ein paar Einzelmei­n­un­gen nicht der Markt sind! Lass dich nicht von ein paar „his­torischen Einzelschick­salen“ herun­terzie­hen! Triff eine Entschei­dung und geh konse­quent dei­nen ei­ge­nen Weg! In die­sem Sinne wün­sche ich dir „fette Beute“ …
Dein Dirk Kreuter

Ausgabe 07/2017



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