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Management

Den Büroalltag erfolgreich meistern

Unternehmen können viel gewinnen, wenn Mitarbeiter über umfassende Basiskenntnisse gängiger Computerprogramme verfügen. Aber auch das Beherrschen des Zehnfingersystems hilft.

Der Com­put­er ist zum zen­tralen Ar­beits­mit­tel im Büro ge­wor­den. Ohne ihn funk­tioniert kaum mehr et­was. Ein­er­seits ist er zum in­di­vi­du­ellen Cock­pit avanciert, mit dem der Nutz­er die ge­samte Kom­mu­nika­tion wie E-Mails, Briefe, Faxe, (Skype-)Tele­fo­nate oder die Teil­nahme an Tele­fonkon­ferenzen steuern kann. An­der­er­seits führen das ständige Sitzen, die geringe kör­per­liche Be­we­gung und das an­dauernde Se­hen auf ei­nen Bild­schirm langfristig zu ge­sund­heitlichen Besch­w­er­den.

Er­gonomie am Ar­beit­s­platz


Aus er­gonomisch­er Sicht lässt sich jed­er Bild­schir­mar­beit­s­platz verbessern. Oft be­darf es nur klein­er An­pas­sun­gen, die große Wirkung erzeu­gen: die richtige Ein­stel­lung der Tisch­höhe oder der passende Ab­s­tand zum Bild­schirm. Auch mehr Be­we­gung am Ar­beit­s­platz, d. h. ein häu­figeres Auf­ste­hen vom Bild­schir­mar­beit­s­platz, ein Wech­sel zwischen ste­hen­der und sitzen­der Tätigkeit, bringt Verbesserung. Neben den äußeren Ar­beit­sum­stän­den sind für je­den Bild­schir­mar­beit­er Ba­sisken­nt­nisse der gängi­gen Com­put­er­pro­gramme ein Muss. Je bess­er Mi­tar­beit­er mit Win­dows, Of­fice, ERP- oder CRM-Pro­gram­men umge­hen kön­nen, des­to ef­fek­tiv­er, sicher­er und leichter funk­tioniert der Ar­beit­sall­t­ag. Stress durch Zeit­druck kann durch Be­herrschung dies­er Ken­nt­nisse besten­falls ver­ringert wer­den.

Das Zeh­nfin­ger­sys­tem

Stefan Reuter, Spezialist im Bereich Bildschirmarbeitsplätze bei BakkerElkhuizen, stefan.reuter@bakkerelkhuizen.com
Ste­fan Reuter, Spezial­ist im Bereich Bild­schir­mar­beit­s­plätze bei Bakk­erElkhuizen, ste­fan.reuter@bakk­erelkhuizen.com


Das Er­ler­nen des Zeh­nfin­ger­sys­tems ge­hört zu den Ba­sisken­nt­nis­sen, die oft un­ter­schätzt wer­den. Eben­falls das Ver­wen­den von Tas­tenkom­bi­na­tio­nen, welch­es die Nutzung der Maus er­he­blich re­duzieren kann, wird nur wenig genutzt. Wie ist es bei Ih­nen? Bei der Recherche zu die­sem Ar­tikel stieß ich auf die Ergeb­nisse ein­er Studie der fin­nischen Al­to Uni­ver­sität in Helsin­ki. Das Ergeb­nis dies­er Studie gab an, dass man mit dem Zeh­nfin­ger­sys­tem nicht sch­neller tip­pen kann als mit zwei Fin­gern. Das Ergeb­nis sei dahingestellt, denn die Studie wurde nur un­ter 30 Proban­den durchge­führt. Bes­timmt gibt es unglaublich sch­nelle ‚Zwei-Fin­ger-Tip­per‘. Fakt bleibt allerd­ings, dass das Zeh­nfin­ger­sys­tem durch seine er­gonomisch gün­stigere Ein­ga­betech­nik empfeh­len­sw­ert bleibt. Wer es be­herrscht, hat die Möglichkeit, das Tip­pergeb­nis am Bild­schirm mitzu­ver­fol­gen (so­ge­nan­ntes ‚Blind­schreiben‘). Man bleibt in ein­er aufrecht­en Sitzhal­tung und ist nicht gezwun­gen, sich über seine Tas­ta­tur zu beu­gen, um die Buch­staben auf ihr zu ‚suchen‘.

Tas­tenkom­bi­na­tio­nen ge­gen ein­seitige Be­las­tung


Eine weitere Ef­fizien­zsteigerung von durch­sch­nittlich 30 Prozent (ne et al., 2005; Tak, 2007) bi­etet das Er­ler­nen von Tas­tenkom­bi­na­tio­nen. Trotz der be­wie­se­nen Ef­fizienz ver­wen­den noch 66 Prozent der Com­put­er­nutz­er lie­ber die Maus (ECDL, 2011). Nicht bei allen, aber vielen Com­put­er­pro­gram­men lässt sich durch Tas­tenkom­bi­na­tio­nen das ständige Wech­seln zwischen Tas­ta­tur und Maus vermei­den. Dies ver­hin­dert auch ein­seitige Be­las­tun­gen und fördert die in­di­vi­du­elle Ge­sund­heit. Es ist nie zu spät, alte Ge­wohn­heit­en zu durch­brechen und die ei­ge­nen Fertigkeit­en zu verbessern. Der Einzelne bleibt selbst ge­fordert, aber auch Un­terneh­men kön­nen hi­er viel gewin­nen. Mo­tivierte Bild­schir­m­mi­tar­beit­er, die et­was verän­dern wollen, um die ei­gene Si­t­u­a­tion oder die ei­ge­nen Fertigkeit­en zu verbessern, schaf­fen das auch und leis­ten da­durch ei­nen weit­eren Bei­trag zum Un­terneh­menser­folg. Das Zeh­nfin­ger­sys­tem ist er­lern­bar. Mittler­weile gibt es sehr gute Soft­ware­pro­gramme oder On­line-Kurse. Auch für das Er­ler­nen von Tas­tenkom­bi­na­tio­nen sind diese Pro­gramme vorhan­den. ‚Learn­ing on the Job‘ ist so­gar von Vorteil, denn Er­lerntes kann so­fort in die Praxis umge­set­zt wer­den. Natür­lich be­darf es Diszi­plin und Durch­hal­tev­er­mö­gen und es muss Spaß brin­gen und darf nicht zu Stress führen.

Ausgabe 07/2017