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Praktikum bestätigte Qualifizierung

Die SIGMA System Audio-Visuell aus Düsseldorf fand im Flüchtling Abdulkader Khashan einen geeigneten Mitarbeiter.

Bild oben: Der 25-jährige Syrer Abdulkader Khashan fand als Flüchtling Arbeit bei der Düsseldorfer Sigma System Audio-Visuell GmbH.
Der 25-jährige Syr­er Ab­dulkad­er Khashan ist ein gut aus­ge­bilde­ter IT-Tech­nik­er und musste aus sein­er Hei­mat flücht­en. Bei der Sig­ma Sys­tem Au­dio-Vi­suell GmbH in Düs­sel­dorf fand er nach einem Prak­tikum eine Beschäf­ti­gung – doch der Weg dahin war nicht ein­fach.

RWM: Herr Khashan, warum und seit wann sind Sie in Deutsch­land?

Ab­dulkad­er Khashan: Ich bin im Au­gust ver­gan­ge­nen Jahres nach Deutsch­land ge­flo­hen, weil in meinem Hei­mat­land Syrien Krieg herrscht.

RWM: Welchen Beruf haben Sie in Ihr­er Hei­mat gel­ernt?

Ab­dulkad­er Khashan: Ich habe einige Zeit in einem Un­terneh­men als IT-Ser­vicetech­nik­er für Hard- und Soft­ware gear­beit­et und mich dann selb­st­ständig ge­macht. Ich hatte ein ei­genes Geschäft für Verkauf und Re­para­turen von Com­put­ern, Smart­phones und Tablets. Außer­dem habe ich drei Jahre lang Maschi­nen­bau studiert. Nach einem Jahr Selb­st­ständigkeit musste ich in mein­er Hei­mat alles aufgeben und flie­hen.

RWM: Wie sind Sie mit Sig­ma in Kon­takt gekom­men?

Ab­dulkad­er Khashan: Lange Zeit ist nichts passiert, da bin ich dann selbst zur Ar­beit­sa­gen­tur ge­gan­gen und habe ge­sagt, dass ich Ar­beit brauche. Ich spreche ara­bisch, en­glisch und türkisch und hatte mit ein­er Aus­bil­dung und ehe­ma­li­gen Selb­st­ständigkeit doch ei­gentlich gute Vo­raus­set­zun­gen. Die haben mich dann an die Eu­ro Schulen Düs­sel­dorf ver­mit­telt, wo ich zunächst sechs Wochen zu Schule ge­gan­gen bin und dann ein eben­so langes Prak­tikum benötigte. Die Schule stellte dann den Kon­takt zu SIG­MA her, wo sich Gökhan Tokgün um mich geküm­mert hat.

RWM: Sie kon­n­ten dann das Prak­tikum machen, aber als die Fir­ma Sie überneh­men wollte, war das nicht ein­fach…

Ab­dulkad­er Khashan: Ge­nau, wir hat­ten Probleme mit mein­er Aufen­thalts- und Ar­beit­ser­laub­nis. Aber mein Kol­lege Gökhan Tokgün und mein Chef Volk­er Schräger woll­ten mich unbe­d­ingt haben und ich wollte auch hi­er ar­beit­en. So hat Gökhan sich bei den Be­hör­den einge­set­zt und jet­zt bin ich hi­er. Aber eine drei­jährige Aufen­thalt­ser­laub­nis habe ich im­mer noch nicht.

RWM: Wie ge­fällt Ih­nen die Ar­beit hi­er im Un­terneh­men?

Ab­dulkad­er Khashan: Ich habe mich von der er­sten Woche an wohl ge­fühlt und die Ar­beit ist mir ein­fach ge­fall­en. Die Kol­le­gen haben mich fre­undlich be­grüßt und helfen mir auch jet­zt oft noch beim Deutsch ler­nen. Ich bin für die Vor- und Nach­bere­i­tung der Mi­et­geräte zuständig, die an die Kun­den aus­gegeben wer­den. Und in­zwischen fahre ich auch mit auf Außen­ter­mine und un­ter­stütze bei Auf­bau und Ser­vice.

RWM: Welche Pläne haben Sie für Ihre Zukunft?

Ab­dulkad­er Khashan: Ich möchte meine Ver­gan­gen­heit in Syrien vergessen und mir hi­er ein neues Leben auf­bauen. Ich habe ei­nen guten Job ge­fun­den und hoffe, dass ich bleiben darf. Meine Sch­west­er woh­nt mit ihrem Mann in Es­sen, wir kön­nen uns al­so se­hen. Aber der Rest mein­er Fam­i­lie, meine El­tern und fünf Brüder, sind auf der Flucht in der Türkei ge­blieben – die würde ich gerne auch ir­gend­wann wied­erse­hen.

Ste­fan Mülders | re­dak­tion@rhein-wup­per-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 08/2016



WEITERE INHALTE

Der 25-jährige Syrer Abdulkader Khashan fand als Flüchtling Arbeit bei der Düsseldorfer Sigma System Audio-Visuell GmbH.
Der 25-jährige Syrer Abdulkader Khashan fand als Flüchtling Arbeit bei der Düsseldorfer Sigma System Audio-Visuell GmbH.